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Bojana Golenac im Interview

"Melli nimmt die Realität oft ziemlich verschoben wahr."

Auf den ersten Blick wirkt Melli Morgenstern verplant und chaotisch: Dass sie seit Jahren unter einer manischen Depression leidet, weiß zunächst im "Fürstenhof" nur ihre Tochter Clara. Wir haben mit der Schauspielerin Bojana Golenac über die Liebe zu ihrer Rolle und die Herausforderung, eine Figur mit einer schweren psychischen Erkrankung zu spielen, gesprochen.

Stand bereits vor deinem ersten Drehtag für "Sturm der Liebe" fest, dass "Melli Morgenstern" unter einer bipolare Störung leidet?

Nein, diese Idee kam erst nach meinen ersten Drehwochen für "Sturm der Liebe" auf. Da es sich in Mellis Fall um eine reale Krankheit handelt, musste ich in Zusammenarbeit mit den Regisseuren und der Dramaturgie-Abteilung einen Weg finden, Mellis Krankheit so vielschichtig und authentisch wie möglich darzustellen.

Wie hast du dich vorab über das Thema manische Depression informiert?

Ich hatte in der Vergangenheit Kontakt mit Menschen, die psychisch erkrankt waren. Die Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, und die schwierigen, aber auch sehr interessanten Gespräche mit den Betroffenen waren im Hinblick auf den Dreh bei "Sturm der Liebe" sehr hilfreich. Darüber hinaus interessiere ich mich mein Leben lang schon sehr für Psychologie.

Wie macht sich die Krankheit bei Melli bemerkbar?

In ihrer manischen Phase könnte Melli Bäume ausreißen und ist voller Tatendrang! Wenn sie dann aber in einer Depression steckt und ihre Medikamente nehmen muss, fühlt sie sich wie in Watte gepackt. Ich stelle mir diesen Schwebezustand zwischen absolutem Hochgefühl und tiefer Traurigkeit sehr kompliziert für die Betroffenen vor.

Bildunterschrift: Clara träumt, dass Desirée Melli in die geschlossene Psychiatrie steckt.

Begreift Melli, wie ernst es um sie steht?

Im Moment eher nicht - sie hat ihrer Tochter sogar klargemacht, dass sie ihre Tabletten nicht mehr nehmen möchte! Ich glaube, Melli nimmt die Realität oft ziemlich verschoben wahr. Sie glaubt sich gerne selbst und redet sich viele Dinge schön. Doch sie durchlebt auch immer wieder Phasen, in denen sie völlig klar und bei sich ist. Ihr temperamentvolles Wesen hat zum Beispiel nichts mit Mellis manischer Depression zu tun, sondern ist Teil ihres Charakters.

Noch wissen Mellis Vater Alfons und seine Frau Hildegard nicht, dass Melli schwer krank ist.

Ich kann absolut nachvollziehen, dass Melli so lange mit dem Geständnis wartet! Schließlich hat sie ihren Vater Alfons erst vor ein paar Monaten kennengelernt. Hildegard und Alfons können einem schon manchmal leidtun, weil sie ständig mit Mellis wechselhaften Launen konfrontiert werden und nicht wissen, wie sie diese einordnen sollen! Da fallen auch schon mal laute Worte, die man von Sonnbichlers sonst eher nicht gewohnt ist. 

Wie entscheidest du vor dem Dreh einer Szene, ob Mellis Verhalten Teil ihres Krankheitsbildes oder einfach Teil ihres Charakters ist?

Unsere Regisseure unterstützen mich in dieser Hinsicht sehr. Es war mir von Anfang an sehr wichtig, dass ich nicht nur die manische, überdrehte und oft skurrile Seite meiner Rolle vor der Kamera zeige. Erstens wären die Zuschauer nach einiger Zeit komplett überfordert und zweitens ist die Manie ja nur ein Teil von Mellis Krankheitsbild.

Welche Situationen im Leben sind für Melli eine besondere Herausforderung?

Das können ganz kleine, für gesunde Menschen völlig unbedeutende Momente sein. Ich kann mich an eine Szene erinnern, in der Melli einen Arzttermin ausmachen wollte und durch eine Anrufbeantworter-Ansage erfahren hat, dass ein Kollege die Termine ihres Arztes übernehmen wird. Von außen betrachtet mag es hysterisch wirken, dass Melli auf diese Nachricht hin in Tränen ausbricht - aber für sie geht in diesem Moment wirklich die Welt unter.

Wäre es dir manchmal lieber, Melli hätte eine fiktive Krankheit?

Nein, definitiv nicht! Es gibt viele manisch depressive Menschen, ich möchte zeigen, dass man keine Angst vor ihnen haben muss.

Wie sehr fühlst und leidest du privat mit deiner Rolle mit?

Ich ertappe mich dabei, dass ich mich manchmal ähnlich wie Melli verhalte. Diese Rolle ist für mich als Schauspielerin ein großes Geschenk: Denn eine Figur mit Problemen hat viel zu erzählen! Aber ich bin sehr froh, dass mein Privatleben im Gegensatz zu Mellis Leben ruhig und unanstrengend ist.

Bildunterschrift: Clara macht sich Sorgen um die Gesundheit ihre Mutter Melli.

Welche Charakterzüge magst du an deiner Figur?

Melli mag auf den ersten Blick ziemlich unberechenbar wirken - aber sie tut alles aus einer guten Intention heraus. Darüber hinaus liebe ich ihre spontanen, verrückten Einfälle - und ich bewundere sie dafür, wie sie trotz aller Widrigkeiten ihre Tochter Clara zu einer selbstständigen und selbstbewussten jungen Frau erzogen hat.

Was wünschst du dir im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Geschichten rund um deine Figur?

Ich glaube, es ist wichtig, dass Melli bald wieder medikamentös richtig eingestellt ist - aber sie muss unbedingt so chaotisch und verplant bleiben, wie sie es gerade ist! Und sie muss lernen, dass sie nicht jede ihrer Handlungen mit ihrer Krankheit entschuldigen kann.

Das Interview führte Lena Kettner für DasErste.de.

 

Joachim Lätsch im Interview

"Man darf sich niemals auf seinen Lorbeeren ausruhen und alles als gegeben hinnehmen."

Egozentrisch und immer auf den eigenen Vorteil bedacht: So lernten die "Sturm der Liebe"-Zuschauer Joachim Lätsch 2007 in seiner Rolle als Chefkoch André Konopka kennen. Ein gewieftes Schlitzohr ist André immer noch - aber mit den Jahren zeigte er sich immer auch von seiner verletzlichen, empathischen Seite. Wir haben anlässlich des 60. Geburtstags von Joachim Lätsch mit ihm über die Unterschiede zu seiner Serienfigur, das Thema Altersweisheit und seine große Liebe gesprochen.

DasErste.de: Kannst du dich noch an deinen ersten Drehtag bei "Sturm der Liebe" 2007 erinnern?

Bildunterschrift: In Folge 513 beginnt Joachim Lätsch seine Rolle: André kommt an den "Fürstenhof".

Joachim Lätsch: Ja, da kam ich mit meinem Hut und einem Rucksack die Landstrasse entlang. Und bald darauf kam die erste Frau ins Spiel ... Ja, das war eine Begegnung der dritten Art mit Caroline Beil alias Fiona Marquardt.

Warum?

Die Beziehung mit André hat Fiona leider nicht überlebt. André war zu Beginn ein ziemlich zwielichtiger Charakter, der nicht nur eine Liaison mit Fiona hatte, sondern auch Charlotte Saalfeld als Mittel zum Zweck benutzt hat, um sich an seinem (einfluss-)reichen Bruder Werner zu rächen.

Wann wurde dir klar, dass deine Rolle in "Sturm der Liebe" mehr ist, als ein kurzes Gastspiel?

Zu dem Zeitpunkt, als ich meinen Sohn nach dem Go unserer Produktion in Bayern habe einschulen habe lassen. Damals lebte Simon noch mit meiner Frau im Schwarzwald.

Du wirst am 5. Mai 60 Jahre alt. Andere denken in diesem Alter an die Rente - du hingegen heiratest im Sommer.

Dann tut die große Zahl nicht so weh, dachte ich mir. Nein, mal im Ernst: Man macht sich mit 60 natürlich Gedanken um die Zukunft seiner Familie. Da ist es meiner Meinung nach an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Natürlich heirate ich meine Frau vor allem, weil ich sie sehr liebe. Aber das habe ich auch schon, bevor ich ihr einen Antrag gemacht habe.

Das ist tatsächlich deine erste Hochzeit im Leben?

Ja und ich bin sehr glücklich, dass ich vor 14 Jahren die Frau fürs Leben gefunden habe. Im Gegensatz zu meiner Rolle André bin ich ein sehr treuer Mensch.

Was ist das Besondere an deiner Frau?

Ich war vor ihr immer wieder mit Schauspielerinnen liiert und häufig drehten sich die Gespräche nur um die Arbeit. Der Bezug zur Realität geht dabei manchmal total verloren. Meine jetzige Frau hingegen arbeitet als Osteopathin und erdet mich total. Ich kann sehr viel Kraft tanken, wenn ich mit meinem Sohn und ihr zusammen bin.

Warum hat deine Rolle André Konopka seinen weiblichen Ruhepol im Leben noch nicht gefunden?

Bildunterschrift: Werner erklärt André und Michael zu Mann und Mann.

Er ist wesentlich rastloser als ich und vermischt meistens Berufliches und Privates zu sehr. Meiner Meinung nach ist er weder kriminell noch böse, sondern will das Richtige mit den falschen Mitteln. Da er zu sehr an seinem eigenen Fortkommen interessiert ist, sind seine Beziehungen auch zwangsläufig alle gescheitert. Seine Ehe zu Michael Niederbühl hatte hingegen relativ lange Bestand. Ich muss ganz ehrlich sagen - mit André war Michael am glücklichsten! Frauengeschichten haben den beiden meistens nur Probleme eingehandelt ...

Bildergalerie: So kommt es zur Scheinehe

Um nicht gegen André vor Gericht aussagen zu müssen, lässt sich Michael auf eine verrückte Idee ein: Er heiratet André, um von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Die verzwickte Geschichte in Bildern. ' bilder

Würdest du André wünschen, dass er bald die ganz große Liebe findet?

Nein, ich glaube, er wird nie heiraten. Ich habe mich immer für André gefreut, wenn eine neue Frau in sein Leben getreten ist. Aber ich war auch nicht traurig darüber, wenn sie den "Fürstenhof" nach einiger Zeit wieder verlassen hat.

Mit welcher deiner Serienpartnerinnen hast du besonders gerne zusammengespielt?

Bildunterschrift: André imd Nicola verstehen sich auf Anhieb prächtig.

Mit Kerstin Gähte (Doppelrolle Nicola Westphal und Franziska Appelt, Anm. der Red.) hat die Chemie von Anfang an gestimmt - ebenso wie mit Saskia Valencia, die gerade als Nina Kowald in "Sturm der Liebe" zu sehen ist. Wie gut ich mit einer Kollegin harmoniere, hängt aber vor allem davon ab, welches schauspielerische Handwerk sie mit ans Set bringt. Ein guter Schauspieler muss meiner Meinung nach mit jeder Partnerin professionell umgehen - egal ob er sie privat mag oder nicht.

Inwiefern hat sich André Konopka in den vergangenen acht Jahren "Sturm der Liebe" charakterlich verändert?

Er ist schon um einiges ruhiger geworden und lässt sich nicht mehr auf alle krummen Sachen ein. Aber er kann immer noch blitzschnell und hellwach reagieren, wenn es darum geht, seine Interessen durchzusetzen.

Das Alter lässt einen Menschen also weiser werden?

Das wird zumindest allgemein behauptet. Als ich letztens beim WingTsun-Training meine Kräfte mit den jungen Kollegen gemessen habe, war ich mir da allerdings nicht mehr so sicher.

Macht es dir Spaß, gerade in der jetzigen Lebensphase deine Grenzen auszutesten?

Definitiv, denn man geht viel zu selten an sein eigenes Limit. Natürlich spürt man seine körperlichen Grenzen - aber ich kann noch locker mithalten mit den jüngeren WingTsun-Partnern. Und was man eventuell nicht mehr an Kondition hat, macht man durch den ein oder anderen Trick wieder wett! Ich finde es gerade im Alter wichtig, sich ständig neu herauszufordern.

Hast du diese Einstellung auch in Bezug auf die Schauspielerei?

Klar, sonst hätte ich nicht neben meinem Engagement bei "Sturm der Liebe" noch eine Theaterproduktion am Theater Halle mit meinem ehemaligen Schauspieljahrgang gestemmt. Ich habe den Eindruck, dass ich mit dem dem Alter immer besser geworden bin und dass ich den Beruf erst jetzt in seiner Gänze begreife.

Was ist deiner Meinung nach die größte Gefahr für einen Schauspieler, der bereits einige Berufsjahre hinter sich gebracht hat?

Lethargie und Routine. Man darf sich niemals auf seinen Lorbeeren ausruhen und alles als gegeben hinnehmen.

Die Angst vor der großen Zahl ist bei dir überhaupt nicht vorhanden?

Warum sollte sie? Ich bin gerade rundum glücklich: Ich habe eine mittlerweile erwachsene Tochter aus einer früheren Beziehung, einen Sohn aus meiner jetzigen Beziehung, eine tolle Frau, zwei Enkelkinder, einen Beruf, großen Spaß macht und ich bin gesund. Was will man mehr?

Das Interview mit Joachim Lätsch führte Lena Kettner für DasErste.de.

Saskia Valencia im Interview

"Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Frau vor der Kamera küsse."

Sie schätzt die Arbeit für Serienformate - schließlich startete Saskia Valencia ihre Karriere 1993 mit einer durchgehenden Rolle in der RTL-Soap "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten". Nun ist sie nach ihrer Hauptrolle in "Rote Rosen" 2010 wieder in einer ARD-Telenovela zu sehen und sorgt in "Sturm der Liebe" als Nina Kowald für ordentlich Wirbel. Mit uns hat Saskia Valencia über die Herausforderungen des Drehs für eine tägliche Serie, Muttergefühle und gebrochene Frauenherzen gesprochen.

DasErste.de: In "Rote Rosen" hast du vor sechs Jahren die Staffelheldin der 7. Staffel gespielt. Welche Unterschiede im Drehalltag hast du zwischen "Rote Rosen" und "Sturm der Liebe" feststellen können?

Saskia Valencia: Klar ist der Alltag am Set einer Telenovela relativ ähnlich - das Pensum ist allerdings bei "Sturm der Liebe" noch ein wenig höher. Und bei "Rote Rosen" konnte ich meine Rolle über einen längeren Zeitraum hinweg weiterentwickeln. Bei "Sturm der Liebe" hatte ich hingegen nur wenige Wochen, um meiner Rolle ein Profil zu geben - eine spannende Erfahrung!

Welche Fähigkeiten machen einen guten Seriendarsteller aus?

Er muss dazu in der Lage sein, jeden Tag auf den Punkt genau verschiedene Emotionen abrufen zu können. Die große Kunst besteht für mich vor allem darin, nicht nur den Text abzuspulen, sondern sich kontinuierlich und im Austausch mit den Dramaturgen und Regisseuren mit seiner Rolle auseinanderzusetzen.

Was für ein Typ Frau ist Nina Kowald, die du in "Sturm der Liebe" spielst?

Nina entspricht dem Klischee, das man oft von Frauen in heterosexuellen Beziehungen hat: Ursprünglich stand sie mal auf eigenen Beinen, doch dann ist sie ganz in ihrer Rolle als Mutter und Partnerin aufgegangen und hat sich darüber ein wenig selbst verloren. Als sich ihre Lebensgefährtin Chris eine jüngere Partnerin sucht, bekommt Ninas heile Welt von einem auf den anderen Tag Risse.

Warum beginnt sie dann kurz nach ihrer Trennung von Chris eine Affäre mit André Konopka?

André gibt ihr genau die Aufmerksamkeit, die sie in dieser schwierigen Situation braucht. Sicherlich ist die Affäre mit ihm zunächst einmal der letzte Strohhalm, an den sie sich klammert. Sie verliebt sich irgendwann tatsächlich in André und tut alles dafür, dass er nicht an ihren Gefühlen zweifelt. Im Grunde genommen geht ihr ihre große Liebe Chris aber nie ganz aus dem Kopf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass einen eine langjährige Beziehung nach der Trennung noch eine ganze Zeit beschäftigen kann.

Bildunterschrift: André ist überzeugt, dass Nina männlichen Schutz und Trost sucht.

Inwiefern?

Man hat einen Großteil seines Lebens mit einem geliebten Menschen verbracht und wünscht ihm im Grunde genommen nichts Böses. Gleichzeitig macht sich aber eine große Enttäuschung über die zerbrochene Beziehung breit. Ich bin zum Glück privat ein sehr versöhnlicher Mensch - Rachegefühle oder ähnliches sind mir fremd.

Nina war lange mit einer Frau liiert, bevor André in ihr Leben kam. Wurde ihr Männerbild dadurch in irgendeiner Art und Weise geprägt?

Ich glaube nicht, dass Nina die Affäre mit André beginnt, weil sie frustriert ist über die Frauenwelt. Sie verliebt sie in einen Menschen, nicht in sein Geschlecht. Ich bin generell überzeugt davon, dass in jedem von uns eine bisexuelle Seite steckt.

Für kurze Zeit kommt Ninas Ex-Partnerin sogar an den "Fürstenhof" und versucht Nina zurückzuerobern. Wie hast du Zusammenarbeit mit Beate Maes, die diese Rolle spielt, empfunden?

Ich kannte Beate schon vor dem Dreh und schätze sie sehr! Und es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Frau vor der Kamera küsse. In "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" wurde ich sogar verführt und war in einigen Bettszenen zu sehen. Meine Rolle Saskia Rother war jedoch damals enttäuscht von der Männerwelt und hat sich aus diesem Grund Frauen zugewandt. Nina Kowald ist nicht nur ein Beziehungsmensch, sondern auch Mutter.

Bildunterschrift: Chris unternimmt einen letzten Versuch, Nina zurück zu gewinnen.

Wie ist das Verhältnis zu ihrem Sohn Norman?

Nina hat daher eine sehr innige Beziehung zu Norman, die sich sehr gut vor der Kamera darstellen ließ, weil mir die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Niklas Löffler großen Spaß gemacht hat.

Du bist selbst Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern. Wie beurteilst du Ninas Umgang mit Norman?

Ich finde, dass sie eine sehr gute Mutter ist! Norman hat während seiner Kindheit so viel Liebe und Zuneigung erfahren, dass er seiner Mutter jetzt etwas davon zurückgeben kann. Dass sich das Mutter-Kind-Verhältnis in zunehmendem Alter umkehrt, kenne ich auch aus meiner eigenen Familie. Ich finde es schön, wenn sich meine Kinder um mich sorgen und ich spüre, wie viel ich ihnen bedeute.

Bildunterschrift: Norman sichert Nina seine volle Unterstützung zu.

Du hast deine Kinder wie Nina relativ früh bekommen. War es bisweilen schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen?

Definitiv! Manchmal wäre ich gerne einfach nur für meine Kinder dagewesen. Die Gedanken, dass man in keiner der beiden Welten richtig zu Hause ist, begleiten einen gerade dann, wenn die Kinder noch klein sind. Aber ich bin auch überzeugt davon, dass mich mein Beruf zu einer ausgeglichenen, glücklicheren Mutter gemacht hat. Meine Rolle Nina hingegen hatte diesen Ausgleich zu ihrem Hausfrauendasein nie. Ich glaube, das ist einer der Gründe dafür, dass ihre Beziehung zu Chris zerbrochen ist.

Kannst du nachvollziehen, dass Nina am Ende doch zu Chris zurückkehrt?

Ja, denn die Loslösung aus der Beziehung war keine freiwillige Entscheidung. Ich glaube, die Zeit am "Fürstenhof" hat Nina reifer und selbstbewusster werden lassen. Wenn Chris und Nina eine neue Basis für ihre Beziehung finden, haben sie durchaus noch eine Chance miteinander.

Das Interview mit Saskia Valencia führte Lena Kettner für dasErste.de.

Mika Ullritz im Interview

"Ich mag es, dass Paul und ich viele Gemeinsamkeiten haben!"

Er ist ehrgeizig und kann gar nicht genug bekommen vom Drehen: Der siebenjährige Mika Ullritz sammelt in "Sturm der Liebe" zum allerersten Mal überhaupt in seinem Leben Erfahrung als Schauspieler in der Rolle als Sebastians Sohn Paul Raspe. Mit uns hat er über sein Casting, das Verhältnis zu seinem Serienvater Kai Albrecht und über Kartenspiele gesprochen.

DasErste.de: Wie gefällt dir die Arbeit als Schauspieler?

Mika Ullritz: Sehr gut, weil alle am Set sehr gut mit mir umgehen - besonders mein "Papa" Kai Albrecht und meine "Mama" Ina Meling.

Warum drehst du gerne mit den beiden?

Die sind beide wie meine richtigen Eltern! Sie kümmern sich nicht nur am Set um mich, sondern auch in den Drehpausen.

Bildunterschrift: Sebastian verspricht Paul in Isabelles Gegenwart, dass er immer für ihn da sein wird.

Du musstest wie alle anderen Darsteller ein Casting absolvieren, bevor du für die Rolle als Paul Raspe ausgewählt wurdest. Was musstest du dort genau machen?

Ich sollte mit Kai kuscheln und so tun, als würde ich ein Videospiel spielen, als Kai ins Zimmer kam. Die Kuschel-Szene war ungewohnt für mich, weil ich Kai noch gar nicht kannte.

Wie bereitest du dich auf einen Drehtag bei "Sturm der Liebe" vor?

Ich lerne an den Abenden davor den Text mit meiner Mutter und kann gar nicht genug davon bekommen. Am liebsten würde ich noch viel mehr drehen, aber ich muss ja auch in die Schule gehen.

Ist es nicht schwierig für dich, den gelernten Text am Set auf Kommando abzurufen?

Ich denke mir einfach immer, dass ich zu Hause bin und nicht im Studio.

Bist du nach deinen ersten Drehwochen immer noch aufgeregt, wenn du ins Studio kommst?

Nein, ich freue mich im Gegenteil immer, wenn ich hier sein darf. Am Set war ich übrigens schon einmal so entspannt in meinem Krankenhaus-Bett gelegen, dass ich während einer Szene, in der ich mich schlafend stellen sollte, tatsächlich eingeschlafen bin.

Warum liegt Paul denn überhaupt im Krankenhaus?

Er hat Morbus Geiger, eine sehr schwere Krankheit. Darum braucht seine Mutter dringend Geld für seine Therapie und sie hofft, dass Sebastian ihr dieses Geld geben kann.

Bildunterschrift: Sebastian kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Paul.

Wie geht Paul mit seiner Krankheit um?

Er versucht das Beste daraus zu machen und einfach nicht daran zu denken.

Und seine Eltern?

Die unterstützen ihn, wo sie können - aber Sebastian und Isabelle können nicht so gut mit der Krankheit umgehen wie Paul.

Paul lernt seinen Vater Sebastian erst nach seiner Ankunft in Bichlheim kennen. Bekommt er die Spannungen zwischen seinen Eltern mit?

Ja und er würde sich wünschen, dass seine Eltern wieder ein Paar werden und sie alle als Familie zusammenleben könnten.

Was magst du an deiner Rolle?

Dass Paul und ich viele Gemeinsamkeiten haben! Ich spiele zum Beispiel auch gerne Quartett und gewinne auch meistens gegen die Erwachsenen.

Kannst du dir vorstellen, später als Schauspieler zu arbeiten?

Auf jeden Fall. Ich würde dann gerne selbst einen Papa spielen und mich so gut um meinen Sohn kümmern wie Sebastian um Paul.


Das Interview führte Lena Kettner für DasErste.de.

Abschiedsinterview mit Birte Wentzek

"Poppys Stehaufvermögen und ihren Mut, Niederlagen als Chance zu begreifen, bewundere ich sehr."

Sexy, gutgläubig und ziemlich naiv - so lernten die "Sturm der Liebe"-Zuschauer Poppy Schweitzer im Oktober 2014 kennen. Doch die Schauspielerin Birte Wentzek wusste schon damals, dass Poppy nicht nur durch gutes Aussehen und flotte Sprüche glänzen kann. 15 Monate später verabschiedet sich Poppy vom "Fürstenhof" - wir haben mit Birte Wentzek anlässlich ihres Ausstiegs über ältere Männer, emotionale Intelligenz und Schweitzer Würstchen gesprochen.

DasErste.de: Kannst du dich noch an deinen ersten Drehtag bei "Sturm der Liebe" erinnern?

Birte Wentzek: Eher an meinen zweiten. Ich war durch die Geburt meines kleinen Sohnes, die nicht lange zurücklag, noch voll im Mama-Modus und musste plötzlich in High Heels auf einem Junggesellenabschied im "Fürstenhof" strippen. Diesen verrückten Einstieg in die Serie werde ich nie vergessen.

Du hast bereits vor deinem Casting erfahren, dass sich Poppy in den wesentlich älteren Werner Saalfeld verlieben wird. Wie waren deine ersten Reaktionen darauf?

40 Jahre sind natürlich ein großer Altersunterschied - aber ich war damals einfach stolz, dass ich für eine große Geschichte mit einem Darsteller, der seit dem Start der Serie vor 10 Jahren eine der tragenden Rollen spielt, gecasted wurde.

Bildunterschrift: Poppy und Werner sind verliebt und können ihre Gefühle nur schwer vor ihrer Umwelt verbergen.

Kannst du dich noch an die erste Begegnung mit Dirk erinnern?

Ja, das war beim Casting. Es war sofort eine spezielle Energie zwischen Dirk und mir zu spüren.

Hättest du damals schon gedacht, dass sich zwischen Poppy und Werner eine so große Liebesgeschichte entwickeln könnte?

Nein, ich habe damit gerechnet, dass Poppy nach einer kurzen Affäre ein jüngerer Mann an die Seite gestellt wird. Aber die Beziehung von Poppy und Werner hat sich schließlich als etwas ganz Besonderes herausgestellt.

Wie hast du reagiert, als du von den Hochzeitsplänen für Werner und Poppy erfahren hast?

Ich kann mich noch erinnern, dass ich ganz aufgeregt war, als ich Dirk davon erzählt habe! Als ich zwischen 2007 und 2008 in der ZDF-Telenovela "Wege zum Glück" gespielt habe, durfte ich als Meike Hansen nur im OFF "Ja" sagen. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, dass ich in "Sturm der Liebe" als Poppy eine richtig große Hochzeit mit allem, was dazugehört, feiern konnte.

Diese Hochzeit hat mit einer Entführung begonnen und endete mit Poppys Sprung aus einer riesigen Torte. Könntest du dir vorstellen, auch privat so wie Poppy zu heiraten?

Bildunterschrift: Poppy hat nach der Hochzeitsfeier noch eine ganz persönliche Überraschung für Werner.

Aus der Torte müsste ich zwar für meinen Traummann nicht hüpfen - aber wenn sich Gelegenheit dazu ergeben würde, wer weiß? Ich behaupte zum Beispiel auch immer, dass ich meinen Geburtstag nicht groß feiern möchte. Und dann geht es doch drei Tage hoch her und ich wäre traurig, wenn meine Freunde nicht da wären! Die Überraschungsparty in der Pianobar im Anschluss an Poppys und Werners Trauung wäre jedenfalls auch privat ganz nach meinem Geschmack gewesen.

Neben der Schauspielerei hast du eine Ausbildung als Heilpraktikerin für Psychotherapie absolviert und arbeitest als systemische Einzel,- Paar- und Familientherapeutin. Wie beurteilst du die doch etwas spezielle Familiensituation von Werner Saalfeld?

Werner managt sein Leben mit seinen leiblichen und unehelichen Kindern meiner Meinung nach sehr gut. Das harmonische Miteinander mit seiner Ex-Frau Charlotte finde ich wunderbar - und die Tatsache, dass sich Poppy und Charlotte langsam angenähert und sogar angefreundet haben, finde ich äußerst lobenswert.

Wie stark hat sich deine Figur über die letzten 15 Monate charakterlich verändert?

Sehr stark. Poppy war zu Beginn eine naive, unbedarfte junge Frau. Doch schon da hat sie sich durch ihre emotionale Intelligenz ausgezeichnet und diesen Aspekt ihrer Persönlichkeit haben wir immer weiter ausgebaut.

Wärst du privat gerne mit Poppy befreundet?

Ja, aber nicht mit der Poppy aus der Anfangszeit! Der hätte ich gesagt: Entspann dich mal, horche in dich hinein und finde deinen Weg im Leben. Zu Beginn meiner Zeit bei "Sturm der Liebe" habe ich vor allem ein bestimmtes Rollenprofil bedient: Ich war das naive Blondchen auf High Heels, das schnell gesprochen und noch schneller gedacht hat. Vollkommen in Ordnung für den Anfang - doch dann musste sich Poppy einfach weiterentwickeln. Ich habe mir meine Rolle emotional mehr und mehr einverleibt und konnte so neue Facetten von Poppy zeigen, die man nicht von ihr erwartet hätte.

Zum Beispiel?

Ihre ehrliche und tiefe Trauer über den Verlust ihres ungeborenen Kindes. Als frischgebackene Mutter im realen Leben fiel es mir übrigens in der Rolle noch leichter, diese große Bandbreite an Emotionen zwischen absolutem Glück und großer Verzweiflung zu spielen.

Bildunterschrift: Poppy leidet entsetzlich darunter, ihr ungeborenes Kind verloren zu haben.

Geliebt wurde Poppy aber vor allem für ihren Wortwitz und für die Situationskomik, die sich oft in ihren Szenen ergab. Gibt es einen Dreh, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Oh da gab es viele - ich erinnere mich zum Beispiel an eine Szene mit Melanie Wiegmann, die meine Serienschwester Natascha gespielt hat, im Fitnessraum. Ich sollte mich hin- und herbewegen, während Melanie Hanteln hebt. Für das Team muss das Ganze wie Slapstick ausgesehen haben - jedes Mal, wenn Melanie die Hantel hoch, streifte ich nämlich aus Versehen ihre Hand. Irgendwann bewegten wir uns gar nicht mehr, weil jeder auf den Einsatz des anderen gewartet hat.

Bildunterschrift: Poppy hat Werner überredet, mit ihr und Charlotte das Fitnesstraining mitzumachen.

Poppy hat nicht nur Nils Heinemann im Fitnessbereich des "Fürstenhof" unterstützt, sondern wollte auch als Geschäftsfrau groß durchstarten.

Ja, denn ihr war es immer wichtig, auf eigenen Beinen stehen und weder von Werner, noch von ihrer heißgeliebten Schwester Natascha abhängig zu sein. Es hat zwar keines ihrer Geschäftsmodelle so richtig funktioniert, aber das war für Poppy kein Grund, aufzugeben. Ihr Stehaufvermögen und ihren Mut, Niederlagen als Chance zu begreifen, bewundere ich sehr.

Die Schweitzer Würstchen brachten dann am Ende aber den gewünschten Erfolg.

Ich finde es toll, dass sich Poppy gegen alle Widerstände mit ihrer Idee von einem Currywurst-Stand am "Fürstenhof" durchsetzen konnte. Übrigens hatte ich im Rahmen dieser Geschichte einen meiner schönsten Drehtage im Außendreh überhaupt! Denn ich konnte mit fast allen Kollegen noch einmal zusammen vor der Kamera stehen, bevor ich eine Woche später meinen letzten Drehtag für "Sturm der Liebe" hatte.

Der Currywurst-Stand wird dir auch aus privaten Gründen in Erinnerung bleiben, oder?

An meinem allerletzten Drehtag stand ich tatsächlich hinter dem Tresen von Poppys Original-Würstchenstand und habe vor unserem Studio Würstchen an unser Team verteilt! Ich bin zunächst von einer kleinen Feier ausgegangen - ein umsichtiger Kollege hat mir dann aber geraten, vorsichtshalber 100 statt 50 Würste zu kaufen. Aus einem kleinen Umtrunk wurde eine richtige Feier, die ich nie vergessen werde!

Bildunterschrift: Poppy ist bewegt, als sie durch Luisa von Davids Schicksal erfährt.

Was wird dir an "Sturm der Liebe" am meisten fehlen?

Ich habe mich - auch wenn der Dreh manchmal anstrengend war - jeden Tag auf die Leute im Studio und im Außendreh gefreut. Und gerade fehlen mir vor allem Dirk Galuba und Melanie Wiegmann. Es fühlt sich tatsächlich ein wenig so an, als habe man seine geliebte Familie plötzlich nicht mehr um sich. Ich bin vor allem sehr dankbar für die tolle Zeit bei "Sturm der Liebe", die ich immer in meinem Herzen behalten werde.

Das Interview mit Birte Wentzek führte Lena Kettner für DasErste.de.

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